Dienstag, 6. März 2012

Hochzeitsbräuche in Deutschland - Vor der Trauung

Der Letsch - Alternative zum Polterabend


Der Letsch ist ein besonders am Niederrhein verbreiteter Hochzeitsbrauch. Dabei treffen sich Freunde und Verwandte des Brautpaares an einem Sonntag drei Wochen vor der eigentlichen Hochzeit bei den Eltern der Braut zu einem Umtrunk. Es wird zum Letsch nicht offiziell eingeladen - wer kommen mag, kommt einfach vorbei. Heutzutage wird diese zwanglose Feier oft auch als Ersatz für den Polterabend veranstaltet.
Der Brauch geht darauf zurück, dass früher an den letzten drei Sonntagen vor der Eheschließung, der Aufruf zur Eheverkündigung vom Pfarrer in der Kirche erfolgte. Im Anschluss an den ersten Aufruf wurde dann bei den Brauteltern gefeiert.

Häckselstreuen


Das Hächselstreuen ist ein in ländlichen Gegenden Süddeutschlands verbreiteter Hochzeitsbrauch, bei dem vor der Hochzeit eine Spur aus Häckseln (zerkleinertes Stroh) vom Elternhaus der Braut (oder falls Sie alleine lebt, auch von ihrer Wohnadresse) bis zum Wohnhaus des Bräutigams gelegt wird. Auf dem Wege sollen möglichst viele ehemalige Partner von Braut und Bräutigam liegen, vor deren Häusern dann so lange Häcksel gestreut werden bis diese Bier und Schnaps herausgeben. Die Fahrt geschieht mit Trecker und einem Anhänger auf dem die Freunde des Brautpaares sitzen. Am Ziel wird dann meist eine kleine Garten- oder Hofparty beim Brautpaar gefeiert.

Der Brauch des Häckselstreuens geht eigentlich darauf zurück, dass die Braut und der Bräutigam dafür verspottet werden sollen, dass die Braut nicht als Jungfrau in die Ehe geht. Früher wurden die Häcksel daher vom Brauthaus bis zur Kirche und zum Bett der Braut gestreut. Erwähnung findet der Brauch in der klassischen Literatur zum Beispiel im „Faust“ von Goethe und bei Theodor Fontanes Roman „Vor dem Sturm“.

Das Kränzen


Das Kränzen ist ein Hochzeitsbrauch, der eher auf dem Lande verbreitet ist. Die Nachbarschaft des angehenden Brautpaares tut sich zusammen und bastelt einen Kranz aus Tannenzweigen, Rosenzweigen oder anderen Pflanzen. Dieser Kranz wird dann entweder am Abend vor der Hochzeit oder in manchen Gegenden auch, während das Brautpaar beim Standesamt ist, über die Haustür des Brautpaars aufgehängt. Wenn das Paar dann durch die Tür mit dem Kranz tritt, so muss es dann Getränke für die Nachbarn ausgeben.

Der genaue Ablauf des Kränzens ist aber regional auch unterschiedlich. In manchen Gegenden sorgen die Trauzeugen für den Kranz, in anderen wiederum die Eltern des Brautpaares. Auch der Zeitpunkt ist variabel. Manchmal wird es mit dem Brautpaar abgesprochen, damit diese auch für das nötige leibliche Wohl der Nachbarn sorgen können.


Der Polterabend

Der Polterabend ist ein in Ganzdeutschland weit verbreiteter Hochzeitsbrauch. Er findet zumeist am Freitag Abend vor der Hochzeit statt – traditionell eigentlich im Hause der Brauteltern, in der heutigen Zeit jedoch häufig aus Platzgründen auch in einer anderen Location.

Zum Polterabend wird nicht explizit eingeladen, sondern nur der Termin im Freundes- und Bekanntenkreis bekanntgegeben. Wer kommen mag, kommt dann zum besagten Termin und bringt dazu auch reichlich Porzellan mit. Denn dieses wird beim Polterabend mit dem Motto „Scherben bringen Glück“ reichlich und mit viel Krach zerstört. Gläser und Spiegel sollte man hingegen bei einem Polterabend nicht zerschlagen, da diese Unglück bringen sollen. Geschenke für das Brautpaar müssen nicht mitgebracht werden, kleine Aufmerksamkeiten sind aber dennoch gerne gesehen.

Das Brautpaar hat beim Polterabend für Speis und Trank sowie für die musikalische Untermalung zu sorgen. Oft wird, wenn es die Örtlichkeit zulässt, beim Polterabend auch getanzt. Die Stimmung ist nicht so steif wie manchmal bei der späteren Hochzeitsfeier sondern eher ausgelassen. Der Polterabend ist eine gute Möglichkeit, um auch die Bekannten an der Hochzeit teilhaben zu lassen, die man zum Beispiel aus Platzgründen nicht zur eigentlichen Hochzeit einladen kann.



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